Am 25. Februar 2025 fand für zwölf Klassen der Jahrgangsstufen 11 bis 13 ein aufschlussreicher Vortrag der Autorin und Journalistin Birgit Mair über die NSU-Morde statt, der sich mit den Hintergründen dieser tragischen Ereignisse, der Gefahr von rechtsextremistischem Terror sowie der oft kritischen und teils unangebrachten Darstellung der sogenannten „Döner-Morde“ in der Presse auseinandersetzte.
Die NSU-Morde, begangen zwischen 2000 und 2007, sind eine Reihe von rassistisch motivierten Morden, die von der rechtsextremen Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) verübt wurden. In diesem Zeitraum wurden insgesamt zehn Menschen, überwiegend Migranten türkischer Abstammung, von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ermordet. Der Vortrag beleuchtete die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, die zur Entstehung des NSU führten, sowie die zahlreichen Versäumnisse der Sicherheitsbehörden bei der Aufklärung der Taten, die sich bis heute hinzieht.
Ein zentrales Thema des Vortrags war die anhaltende Gefahr von rechtsextremistischem Terror in Deutschland und Europa. Birgit Mair wies darauf hin, dass trotz der Aufdeckung der NSU und der darauffolgenden Ermittlungen rechtsextreme Ideologien weiterhin in der Gesellschaft verankert sind und führte dabei Anschläge zum Beispiel in Hanau oder München an.

Ein weiterer Punkt der Diskussion war die kritische und oft unangebrachte Berichterstattung über die sogenannten „Döner-Morde“ in den Medien. Die Bezeichnung selbst wurde als problematisch erachtet, da sie die Taten auf eine Weise verharmlost, die den Opfern und ihren Hinterbliebenen nicht gerecht wird. In diesem Zusammenhang thematisierte sie auch die emotionalen und sozialen Schwierigkeiten, mit denen die Hinterbliebenen der Opfer konfrontiert waren und immer noch sind. Die Referentin berichtete von den anhaltenden Traumata und der Stigmatisierung, die die Angehörigen aufgrund der rassistisch motivierten Taten erleben. Es wurde betont, dass es notwendig ist, den Opfern und ihren Familien Gehör zu schenken und ihnen die Unterstützung zu bieten, die sie benötigen.
Im Herbst wird es erneut einen Vortrag von Frau Mair geben, die zusammen mit Mandy Boulgarides – der Tochter eines der Opfer – nochmal zu uns an die Schule kommt. Zusätzlich wird die Wanderausstellung „Verbrechen der NSU“ für vier Wochen stattfinden.