Besuch des Dokumentarfilms „Riefenstahl“

Am Mittwoch, den 18. März 2026, besuchten die Klassen FSW13B (mit Herrn Frisch) und FG11B (mit Herrn Oertel) im Rahmen der Schulkinowochen Bayern das City Atelier Kino in München. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm Riefenstahl über das Leben der umstrittenen Regisseurin, Schauspielerin und Fotografin Leni Riefenstahl (1902–2003) mit anschließendem Filmgespräch.

Der Film arbeitet collageartig und zeigt vor allem Filmaufnahmen, Fotos, Interviews und Tonbandmitschnitte aus Riefenstahls erst seit kurzem zugänglichem Nachlass. Ohne zu werten stellt er ihre Aussagen direkt anderem, oft widersprechendem Material gegenüber. Einige Beispiele waren besonders eindrücklich: Riefenstahl behauptet beispielsweise, ihr NSDAP-Parteitagsfilm Triumph des Willens enthalte keine politischen Aussagen, etwa zur Rassenlehre. Gleichzeitig zeigt ein Filmausschnitt Julius Streicher, der von der „Reinhaltung der deutschen Rasse“ spricht. Für den Film Tiefland ließ Riefenstahl nachweislich Kinder aus einem Konzentrationslager als Statisten holen – was sie später vehement bestritt. Auch ihre fotografische Arbeit in Afrika ab den 1960er Jahren hinterlässt Unbehagen: Während Riefenstahl behauptet, das Volk der Nuba aus der Distanz fotografiert zu haben, zeigen Aufnahmen, wie sie mit Trillerpfeife und Stock Anweisungen gibt und die Menschen herumschubst.

Berichte über Gewalterfahrungen in ihrer Kindheit sowie über sexuelle Übergriffe, unter anderem durch Joseph Goebbels, lösten bei einigen Schülerinnen und Schülern auch Mitgefühl aus. Dennoch überwog am Ende der Eindruck, dass Riefenstahls lebenslange Selbstdarstellung ein bewusst aufgebautes Lügenkonstrukt war, das ihre Nähe zum NS-Regime und ihre Sympathie für den nationalsozialistischen Körperkult verschleiern sollte. Der Film regte insgesamt intensive Diskussionen über das Verhältnis von Kunst und Politik an, die sogar noch auf der Heimfahrt in der S-Bahn fortgeführt wurden.