Besuch von Naserian Martine: Mut, Aufklärung und Engagement für junge Mädchen

Ein besonderer Besuch an der FOS/BOS FFB hat bei Schülerinnen und Schülern nachhaltigen Eindruck hinterlassen: Die kenianische Lehrerin und Aktivistin Naserian Martine war am 25.September 2026 zu Gast und berichtete eindrucksvoll von ihrer Arbeit und ihrem persönlichen Engagement für die Rechte junger Mädchen.

Naserian Martine ist hauptberuflich Englischlehrerin an einer Schule in Kenia und gehört der Volksgruppe der Maasai an. In ihrer Freizeit setzt sie sich mit großem persönlichen Einsatz für junge Mädchen ein, die von Frühverheiratung, weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) und sexualisierter Gewalt bedroht sind. Ihr Engagement ist dabei nicht selbstverständlich: Wer sich in der eigenen Gesellschaft gegen tief verwurzelte und teilweise als Tradition verstandene Praktiken stellt, kann sich selbst angreifbar machen und mit erheblichen Widerständen konfrontiert sein.

Sechs Klassen hatten die Gelegenheit, ihren sehr persönlichen und authentischen Bericht zu hören. Besonders beeindruckte die Schülerinnen und Schüler die Ruhe und Klarheit, mit der Naserian über die schwierigen Erfahrungen und Herausforderungen sprach. Ihre mentale Stärke und ihr Mut, sich für die Rechte von Mädchen einzusetzen, obwohl sie dadurch selbst in ihrer Gesellschaft auf Ablehnung stoßen kann, hinterließen bei vielen einen bleibenden Eindruck.

Auch im Umgang mit dem sensiblen Thema zeigten die Schülerinnen und Schüler viel Fingerspitzengefühl. Die Begegnung beschränkte sich dabei nicht auf das Zuhören: Im Anschluss entstanden zahlreiche Gespräche und konkrete Ideen für eine weitere Zusammenarbeit. Mehrere Schülerinnen und Schüler äußerten den Wunsch nach einer Brieffreundschaft mit Jugendlichen in Kenia. Einige erkundigten sich nach Möglichkeiten, nach dem Abitur selbst als Volunteers tätig zu werden. Auch der Wunsch, Naserian und ihre Arbeit finanziell zu unterstützen, wurde mehrfach geäußert.

Der Besuch hat damit nicht nur Einblicke in eine Lebenswelt ermöglicht, die vielen zuvor wenig vertraut war. Er hat auch gezeigt, wie aus einer persönlichen Begegnung Interesse, Anteilnahme und der Wunsch nach eigenem Engagement entstehen können.

Die FOS/BOS Fürstenfeldbruck möchte die begonnene Kooperation auf jeden Fall weiterführen und gemeinsam mit Naserian weitere Möglichkeiten des Austauschs und der Zusammenarbeit entwickeln.

Dass diese besondere Begegnung überhaupt zustande kommen konnte, verdanken wir einer ehemaligen Schülerin, über die der Kontakt zu Naserian Martine entstanden ist. Dafür und für die Offenheit, mit der Naserian ihre Erfahrungen und ihr Engagement mit unserer Schulgemeinschaft geteilt hat, sagen wir herzlich Danke.